Cork – Besorgungen und Aufbruch nach Glengarriff

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Cork

Nachdem wir unsere Rucksäcke im Hostel verstaut hatten, beschlossen wir uns Cork ein wenig anzugucken, unsere Vorräte aufzustocken und andere letzte Besorgungen zu machen. Unser Ziel war daher erst einmal der „English Market“, eine alte Markthalle aus dem 18. Jahrhundert. Vielleicht ließ sich hier ja auch das Sightseeing mit dem nötigen Einkaufen verbinden. In der Markthalle wurden allerlei verschiedene Spezialitäten, Gebäck, Obst und andere frische Waren angeboten, aber nur wenig, was sich gut im Rucksack mitnehmen ließ. Also kauften wir nur ein paar Scones, um unseren akuten Hunger zu stillen, und eine „Rocky road“. Das ist eine sündhafte Zusammenstellung aus zerbröselten Butterkeksen, Marschmellows und Gummibärchen, die in Schokolade eingebettet sind, aber wir schafften es uns einzureden, dass wir die Energie ja noch für unsere Backpacking Abenteuer brauchen würden.

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Eingang zum English Market in Cork.

Auf der Suche nach Spiritus

Frisch gestärkt machten wir uns dann auf die Suche nach einem Supermarkt um doch noch ein paar Nudeln, Wasser und vor allem Spiritus für unseren Trangia Kocher zu besorgen, da wir diesen nicht im Flugzeug mitnehmen durften. Im ersten Supermarkt hatten wir unsere Lebensmittel schnell beisammen, aber auch nachdem wir gefühlt jeden Gang dreimal abgegangen sind, keine Spur von Spiritus. Um nicht endlos weiterzusuchen kam uns dann die einleuchtende Idee einen Mitarbeiter danach zu fragen. Leider fiel uns erst jetzt auf, dass wir keine Ahnung hatten, was Spiritus eigentlich auf Englisch heißt, und so versuchten wir dem jungen Mann vor uns zu umschreiben was wir brauchten. Leicht verwirrt von der Tatsache dass wir nach so etwas in einem Supermarkt suchten, teilte er uns dennoch freundlich mit, dass sie so etwas nicht führen würden und wir am besten in einem Campingladen nachfragen sollten. Durch Zufall kamen wir auf unserer Erkundungstour durch Cork bereits an einem solchen Laden vorbei, so dass wir nicht lange suchen mussten. Aber auch hier sagte man uns, dass man keine „methylated spirits“ (die Übersetzung hatten wir inzwischen gefunden) hätte, da dafür eine spezielle Verkaufslizenz erforderlich sei und diese sich für seinen Laden nicht mehr lohnen würde. Zu dumm aber auch. Bei uns bekommt man das Zeug in jedem größeren Supermarkt und hier ist die Lizenz selbst für einen Campingladen nicht rentabel. Glücklicherweise kannte er noch einen anderen Outdoorladen in Cork, wo er sogar für uns anrief und nachfragte ob sie Spiritus vorrätig hätten. Tatsächlich hatten sie noch ein paar Flaschen. Wir ließen uns die Wegbeschreibung geben und kurze Zeit später hielten wir sogar zwei 500 ml Flaschen in unseren Händen. Sicher ist sicher, bei der schwierigen Versorgungslage. (Mehr Infos zu verschiedenen Brennstoffen.)

Wohlverdiente Belohnung

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Unser erstes Guinness.

Nachdem jetzt auch der letzte Punkt unserer Einkaufsliste abgehakt war, kehrten wir zum Hostel zurück, verstauten unsere Einkäufe im Rucksack und ruhten uns vor dem Abendessen noch ein wenig aus. Weil wir heute schon so viel unterwegs waren, entschieden wir uns dazu uns selbst etwas in der Hostel Küche zu kochen statt auswärts zu essen. Laufen würden wir schließlich noch genug in den nächsten Tagen. Nach dem Essen dachten wir uns: „Was wäre Irland ohne einen Besuch im einem Irish Pup?“ Wie praktisch, dass sich einer direkt im Erdgeschoss des Hostels befand. Wir gingen also runter, setzten uns an die Bar und bestellten zwei Pint Guinness. In Gedanken gingen wir noch mal durch ob wir alles für den nächsten Tag hatten. Unsere Besorgungsliste war abgearbeitet, im Laufe des Tages hatten wir auch die Busverbindung nach Glengarriff gefunden, die Abfahrtszeiten kannten wir und der Wecker für den nächsten Tag war auch schon gestellt. Unserem Irlandabenteuer stand nichts mehr im Weg. Sláinte!

Am Morgen danach

Unsere Nacht verlief ruhig, nur gegen zwei Uhr kam ein Mitbewohner unseres Vierbettzimmers wohl vom Pup nach hause, legte sich aber sofort hin und schien auf der Stelle einzuschlafen. Bei ihm wahr es wohl nicht bei einem Guinness geblieben. Nach ein paar erholsamen Stunden Schlaf klingelte schließlich der Wecker. Wir hatten noch genügend Zeit eingeplant, um in Ruhe unsere Sachen in die Rucksäcke zu packen und zu frühstücken. So konnten wir uns dann gestärkt auf den Weg zum Busbahnhof machen. Wir kauften zwei Bus Eireann Tickets von Cork nach Glengarriff und luden, nach kurzem Warten, unser Gepäck in den Bus, der recht leer war, weshalb wir fast freie Platzwahl hatten. Nachdem wir es uns bequem gemacht hatten stellten wir positiv überrascht fest, dass die Busse sogar über kostenloses Wifi an Bord verfügten. Das ist mal Service.

Keine Schafe in Cork?!

Wir verließen Cork nach kurzer Zeit und die Landschaft wechselte zu den saftigen grünen Hügeln, für die Irland so bekannt ist. Es ging vorbei an kleinen Dörfern, Höfen und vielen Rinderweiden. Nur Schafe haben wir keine gesehen. Dabei ist Irland doch für seine Schafe bekannt und nicht für seine Kühe. Zudem sollte man meinen, dass auf einer Insel, auf der es mehr Schafe als Menschen gibt, überall welche rumstehen.

Ankunft in Glengarriff

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Auf dem Weg zur Unterkunft lief tatsächlich ein Pferd im Vorgarten herum.

Kurz vor Glengarriff war es dann auch soweit, Schafe! Sogar eine ganze Herde davon. Jetzt fühlte es sich alles auf einmal noch irischer an als vorher. Dann waren wir auch schon da. Glengarriff. Der Ausganspunkt unseres Backpacking Abenteuers. Jetzt mussten wir nur noch unsere Unterkunft finden. Sie sollte etwas außerhalb am Ortsrand liegen. Wir liefen los, immer wieder einen Blick auf die offline-Karte auf dem Smartphone werfend, wo wir uns die Unterkunft markiert hatte. Die Abstände zwischen den Häuser wurden immer größer und wir schienen den Rand des Ortes erreicht zu haben. Nach einer Viertelstunde waren wir dann da. Zumindest laut Karte, aber irgendwie sah es nirgends so aus, wie auf den Fotos oder laut der Beschreibung. Links von der Straße nur Küste und Meer, rechts ein Parkplatz, aber kein Haus. Während wir noch überlegten, was wir jetzt machen, kam ein Bus Eireann Bus auf den Parkplatz gefahren. Der Fahrer schien dort eine Pause zu machen. Wir ergriffen unsere Chance, um noch einmal schnell das Wifi des Busses zu nutzen, um bei Couchsurfing nachzusehen, ob wir die Adresse vielleicht falsch eingegeben hatten. Wir loggten uns schnell ein und kontrollierten noch einmal alle Angaben zur Adresse. Jetzt mussten wir eigentlich nur noch schnell bei Google Maps nach der Adresse suchen. Aber genau in dem Moment ließ der Fahrer den Motor an, um weiterzufahren. Wir hofften nur, dass die Karte geladen wäre, bevor er losfährt. Man konnte schon das Zischen hören, als er die Bremsen löste und langsam losrollte, als die Karte endlich die Position anzeigte. Dann war der Bus weg und damit auch das Wifi. Aber es hatte gereicht. Zwischen unserer Position und der Unterkunft lag auf der Karte etwa ein Zentimeter, zurück in Richtung Glengarriff. Wir setzten unsere Rucksäcke wieder auf und liefen das kurze Stück zurück. Und tatsächlich, dieses Haus sah dem der Beschreibung sehr ähnlich. Hier mussten wir richtig sein. Man sollte sich halt nicht nur darauf verlassen, dass die Ausrüstung funktioniert, sondern auch die eigenen Eingaben überprüfen und sich einfach mal umschauen. Obwohl wir, trotz kleinem Umweg, früh dran waren, klingelten wir an der Tür.

Was wir sonst noch in Glengarriff erlebt haben, erfährst du im nächsten Reisebericht!
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